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Sag zum Abschied leise
"Servus"
(verfasst am 07.02.2007)
Nun ist es doch langsam Zeit,
ein Fazit zu ziehen. Denn meine in der Aro
Street geht vorbei.
Knappe 9 Monate Neuseeland liegen hinter
mir, gute zwei Wochen noch vor mir. Aber
aus meiner geliebten Wohnung im Aro Valley
ziehe ich schon bald aus, genauergesagt
am Freitag (09.02.).
Was soll ich sagen? Ich habe sehr viele
Menschen kennengelernt. Viele werde ich
wieder vergessen, viele werden mich wieder
vergessen, aber einige bleiben im Gedächtnis
und sind zu Freunden geworden. Von überall
her sind sie gekommen. Ich habe meinen Horizont
erweitern können, weiß nun, was
es heißt mit Amerikanern über
Umweltpolitik zu diskutieren, mit Maledivern
über Thunfisch, mit Kiwis über
Bier, mit Holländern über Fußball,
mit Deutschen über Deutsche, uswusf.
Ich habe in den vergangenen Monaten eines
der schönsten Länder der Erde
kennengelernt; habe Orte gesehen, die ich
mir in meinen kühnsten Träumen
nicht ausgemalt habe, habe Dinge erlebt,
die ich nie erlebt hätte, wenn ich
nicht raus aus Deutschland wäre.
Auf der anderen Seite habe ich aber auch
gemerkt, wie schön Deutschland doch
ist, wie gut wir es in manchen Dingen haben
und, dass wir manchmal nicht so verbissen
sein und uns mehr über die schönen
Dinge freuen sollten, die wir haben.
Neuseeland ist ein unglaublich positives
Land mit einer herzlichen und halt sehr
positiven Grundstimmung: "Geht nicht?
Quatsch, lass' erst mal ausprobieren!".
Die Kiwis erfreuen sich ihres Lebens und
der schönen Dinge und lassen andere
gerne dran teilhaben. Man nimmt auch mal
Rücksicht auf Andere, hält mit
Unbekannten ein Pläuschchen und hat
vor allem auch mal ein Lächeln für
Andere übrig. Das möchte ich mir
auch weiterhin bewahren, möchte ein
wenig davon mit nach hause bringen.
Ich mag mich jetzt gerade wie ein Hippie
auf LSD anhören, bin aber weder das
eine noch das andere. Ich würde behaupten,
dass Ihr mich wiedererkennen werdet, ich
bin immer noch Léon — wenn
auch ein leicht anderer. Reisen verändert
nunmal. Es gab viele Herausforderungen,
gab einige schwierige Momente und Perioden,
aber es war es wert, wirklich!
Mein Tipp an Alle, die nicht genau wissen,
ob sie mal ins Ausland wollen: Tut es! Ohne
Wenn und Aber. Es ist zwar nicht alles Gold,
was glänzt — das gilt auch für
meine Zeit in NZ, aber es wird mit ziemlicher
Sicherheit eine der schönsten und/oder
aufregendsten Zeiten sein, die man sich
vorstellen kann!
Bevor ich mein Aotearoa endgültig
verlasse, werde ich allerdings noch ein
wenig mit Jan zusammen rumreisen. Voraussichtlich
geht es nach Wanganui, eine Kajakwanderung
machen, dann in Richtung Taranaki zum Mt.
Egmont (oder auch Mt. Taranaki genannt),
ein wenig klettern und dann hoffentlich
noch den Tongariro Crossing machen, eine
Tageswanderung, die über Pässe
des Vulkanmassivs Tongariro in hochalpine
Regionen führt. Und danach? Jan wird
nach Welly zurückkehren, aber ich habe
keinen Plan — absichtlich. Ich verbiete
es mir, einen Plan zu haben, wohin ich denn
noch will/was ich noch sehen muss/welche
weißen Flecken es noch auf meiner
persönlichen Neuseelandkarte gibt.
Ich werde mich treiben lassen, genießen
und schauen, wo es mir gefällt. Vielleicht
ein wenig surfen an der Westküste,
vielleicht ein wenig wandern, vielleicht,
vielleicht, vielleicht.
Fest steht nur Eines, mein Abflugdatum aus
Wellington: Der 22. Februar. Dann werde
ich in einem Vogel aus Stahl das Land der
langen weißen Wolke verlassen und
'across the ditch' gehen, also nach Australien.
Ein paar Tage Sydney, mehr ist nicht drin.
Denn ich will mich lieber auf Asien als
auf Australien konzentrieren. Das ist nämlich
Terra Incognita für mich und interessiert
mich brennend.
Von Sydney aus nehme ich einen Flug nach
Singapur. Ein wenig Sightseeing und es geht
mit dem Nachtbus nach Malaysia, genauergesagt
nach KL (Kuala Lumpur), wo ich auf Muku
und Alexa treffen werde. Unser Plan ist,
ein wenig zusammen durchs Land zu reisen,
denn auch die Beiden haben, obwohl sie schon
in Malaysia gewohnt haben, noch nicht so
viel gesehen.
Meine nächste Station wird dann Thailand
sein. Mit dem Zug geht es von KL hoch in
Richtung Norden in die thailändische
Stadt Chumphon. Von dort aus mit dem Boot
rüber nach Koh Tao. Und dort erwartet
mich hoffentlich die Erfüllung eines
langgehegten Traums: Ein Scuba Diving Tauchkurs!
Thailand ist wohl einer der schönsten
und günstigsten Plätze, um sich
ins weite Blau der Unterwasserwelt zu stürzen.
Und gerade Koh Tao gilt dabei als einer
der schönsten Tauchreviere Südostasiens.
Zum Abschluss werde ich mich noch ein wenig
in Bangkok herumtreiben und die Sehenswürdigkeiten
der Stadt anschauen, dann heißt es
endgültig Abschied von der Ferne nehmen
und wieder in mein geliebtes Deutschland
zurückzukehren. Ende März könnt
Ihr mit mir rechnen.
Mit einem lachenden und einen
weinenden Auge verabschiede ich mich von
Euch.
Ich freu mich auf Deutschland und vor allem
auf Euch zu hause!
Ka kite ano,
Euer Léon
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