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01. März
- Ende März, Malaysia,
Thailand
Asien, ich komme!
Malaysia, Heimat
der Petronas-Towers in Kuala
Lumpur, kurz KL. Was weiss ich
eigentlich noch ueber dieses
Land? Hmm, wenn ich ehrlich
bin, wenig. Ich weiss, dass
die offizielle Waehrung der
"Ringgit" ist; ich weiss, dass
dort alljaehrlich ein F1-Grand
Prix stattfindet; ich weiss,
dass die Hauptreligion im Land
der Islam ist; ich weiss, dass
man in KL wohl ganz gut weggehen
kann.
Vor allem weiss ich aber, dass
Muku und Alexa im Moment noch
in KL sind und dort auf mich
warten!
(Mein generelles Nichtwissen
ueber das Land wollen wir an
dieser Stelle nicht weiter behandeln.
Macht es wie ich, schaut bei
Wikipedia nach. Link auf der
rechten Seite)
Ich fahre mit dem Ueberlandbus
von Singapur in den sogenannten
Pantherstaat Malaysia und komme
morgens um 5 Uhr am Busbahnhof
an. Da die Metro erst ab 6 Uhr
faehrt und ich nicht genuegend
Ringgits fuer ein Taxi habe,
heisst es warten. An der Metrostation
werde ich schon von Alexa und
Muku erwartet. Gemeinsam geht
es erstmal fruehstuecken: Roti
und Curry, ganz nach meinem
Geschmack.
Die naechsten Tage verbringen
wir mit Sightseeing und Shopping.
Es geht hoch auf die Petronas
Tower, die mit 452 Metern hoechsten
Zwillingstuerme der Welt. Bis
2001 "Taipeh101" fertiggestellt
wurde, waren sie sogar die hoechsten
Gebaeude der Welt. Wir stehen
ganz frueh morgens auf, um eine
der kostenlos zugeteilten Besucherkarten
zu ergattern, die morgens ab
8 Uhr ausgegeben werden. Mit
dem Lift geht es hoch bis in
Etage 41 (von 88), dort befindet
sich die Bruecke. die die beiden
Tuerme verbindet. Vorher schauen
wir uns einen Informationsfilm
ueber den Bau der Tuerme an
(Kurzzusammenfassung: "Nee,
wat ham wa doch wat Tolles gebaut!
Und der ganze Technologietransfeeeer.
Nit schlaescht. Superlativ ueber
Superlativ!").
Der Ausblick von der Bruecke
ist ganz nett, so berauschend
finde ich ihn aber nicht. Mir
gefallen die Petronas Towers
eh viel besser von aussen als
von innen. Sie haben etwas sehr
Majaestetisches und Erhabenes
und strahlen eine wunderbare
Dominanz aus. Fuer mich mit
Abstand die schoensten Hochhaeuser,
die ich je gesehen habe. Nachts
sind sie leuchtend hell angestrahlt
und funkeln wie Fackeln in den
Himmel. Tagsueber strahlt die
staehlerne Aussenhaut leicht
blaeulich und wirkt kuehl und
frisch. Ansonsten ist Kuala
Lumpur im Vergleich zu Singapur
sehr dreckig, laut und chaotisch.
Und der Verkehr ist eine kleine
Zumutung (im Vergleich mit anderen
asiatischen Staedten aber wohl
nicht der Rede wert, bin halt
noch NZ-Verhaeltnisse gewohnt).
Wir leihen uns ein Auto aus
und machen einige Ausfluege
ins Umland, das gefaellt mir
schon besser. Unser Auto ist
ein Proton. Noch nie von der
Automarke gehoert? Macht nix,
ist auch keiner grossen Erwaehnung
wert. Die Marke kommt aus Malaysia
und die Wagen sehen vielleicht
ganz nett aus, sind aber - mit
Verlaub - der letzte Schrott.
Billige Materialien und fiese
Verarbeitung, pfui! Da graust
es dem autophilen Deutschen.
Noch nicht einmal einen Airbag
haben sie unserem Wagen (vielleicht
2 Jahre alt) spendiert.
Unsere Ausfluege fuehren uns
unter anderem nach Kuala Selangar,
einem kleinen Dorf mit einer
besonderen Attraktion: Fireflies,
zu deutsch Gluehwuermchen und
in Malay Kelip-Kelip genannt.
Sie sitzen in Berembang-Baeumen
am Ufer eines kleinen Flusses,
ueber den wir nach Anbruch der
Dunkelheit von einem alten Mann
in seinem sehr wackeligen Ruderboot
gefahren werden. Leider ist
Vollmond und die Kelip-Kelip
zeigen sich weder zahlenmaessig
noch leuchtstaerketechnisch
in Goennerlaune. Alexa, die
diese Tour schon 9(!) Mal mitgemacht
hat (sie hat in der Naehe als
Englischlehrerin gearbeitet),
ist ganz enttaeuscht und fuehlt
sich total schuldig (es ist
richtig niedlich). Aber auch
mit weniger Leuchtkaefern ist
es sehr nett: der Vollmond auf
dem Wasser, die Stille im Boot,
das leise Plätschern des
Ruders... sehr schoen.
Am naechsten Tag stoesst Juju
zu uns. Juju (ausgesprochen:
"Dschudschu") ist eine Freundin/Bekannte
von Muku und Alexa und kommt
wie Muku auch von den Malediven.
Die maledivische Community in
KL ist klein und man kennt sich.
Es sind viele junge Leute hier
zum studieren.
Zu viert machen wir uns auf
in Richtung Melaka.
Die Kuestenstadt wurde mal von
Chinesen, mal von Hollaendern,
mal von Portugiesen und schliesslich
von Englaendern beherrscht,
dementsprechend finden sich
einige sehr nette Bauten in
der Stadt - hauptsaechlich Kirchen
- die so gar nicht in das ansonsten
asiatische (mir faellt leider
keine besseres Wort ein) Stadtbild
passen wollen. Fotos liefere
ich Euch noch mal nach. Das
Allerschoenste aber, was ich
von dem Ort in Erinnerung behalten
habe, ist ein Schild in einem
kleinen Cafe. Darauf ist neben
verschiedenen anderen Saeften
auch "Skyjuice" beworben, mit
Abstand der guenstigste auf
der Karte. Meine verwirrte Nachfrage
quittiert Alexa nur mit einem
Lachen und dem Hinweis, Skyjuice
einfach mal woertlich zu nehmen.
"Himmelssaft"! Welch poetischer
und wohlklingender Name fuer
so etwas schnoedes wie Wasser!
Das ist eine der Kleinigkeiten,
die das Leben lebenswert machen,
oder?
Wieder zurueck in KL findet
Samstagabend ein Ereignis statt,
auf das ich mich sehr freue:
Wir gehen auf eine Hochzeit!
Ein Freund von Muku und Alexa
heiratet und da ich da bin,
werde ich direkt mitgeschleppt.
Er kommt urspruenglich aus Sri
Lanka, sie ist Malaysierin.
Als wir in dem Saal, in dem
die Feier stattfindet, ankommen,
bin ich erstmal erschlagen:
Bestimmt 30 Tische a 10 Personen
sind gedeckt und am Kopf des
Saales ist auf der Buehne ein
Trohn aufgebaut, auf dem das
Hochzeitspaar waehrend der Feierlichkeiten
sitzen wird. Es ist ein wenig
wie in 1000 und einer Nacht.
Nachdem irgendwann alle Gaeste
ihre Plaetze eingenommen haben,
kommt das Brautpaar in den Saal.
Praktischerweise wird ihr Einzug
auch per Video auf eine grosse
Leinwand uebertragen, so dass
man aus jeder Perspektive einen
guten Blick auf die Frischvermaehlten
hat. Spontan verliebe ich mich
in die Braut , sie sieht einfach
umwerfend aus. Spaeter muss
ich dann feststellen, dass sie
von einer gut drei Zentimeter
dicken Schicht Make-up zusammengehalten
wird und sie es wohl wirklich
noetig hat. Frauen! Ich finde,
dass sie Lucy Liu ähnlich
sieht (Foto ganz unten) und
äußere diesen Gedanken
unvorsichtigerweise auch laut
bei mir am Tisch. Alles um mich
herum hält mich glaube
ich ab nun für einen groben,
ungehobelten europäischen
Klotz, der findet, dass eh alle
Asiaten gleich aussehen. Wir
lachen alle ganz herzlich drüber
und ich weiß nun, wie
es sich anfühlt, in ein
kulturelles Fettnäpfchen
zu treten.
Abgesehen vom Essen bin ich
dann auch etwas enttaeuscht
von der Feier an sich. Es gibt
viele Reden, Gebete und Koranrezitierungen
in Singhalesisch oder Malaiisch.
Ab und zu beginnt ein Redner
seine Rede, wechselt dann kurz
ins Englische, um zu uebersetzen.
Zum Beispiel: "Ich werde nun
die 6 erfolgreichen Geheimnisse
einer Ehe verkuenden." —
nur um dann prompt wieder malaiisch
zu reden und ohne anschließende
Uebersetzung. Also bin ich immer
noch unwissend, wie man eine
erfolgreiche Ehe fuehrt. Und
kurz nach dem Essen ist das
Ganze auch schon beendet. Es
gibt noch einen Kaffee oder
Tee (dem zweiten muss ich lange
hinterherbestellen und -laufen)
und dann schuettelt man beim
Rausgehen noch dem Brautpaar
die Hand - fertig!
Nicht, dass es in der islamischen
Welt jetzt wieder zur Verbrennung
von deutschen Flaggen kommt,
aber ich wage mal folgende These:
Hochzeiten mit Alkohol sind
einfach lustiger.
Mit dieser ketzerischen Behauptung
lasse ich Euch alleine. Wir
fahren naemlich am naechsten
Morgen mit dem Bus/Zug hoch
nach Norden, in Richtung Thailand.
Das ist aber eine andere Geschichte,
die ich euch noch nicht heute
erzaehlen werde.
PS Beim Händeschütteln
sehe ich auch, dass die Braut
Lucy Liu doch nicht so sehr
ähnelt. Aber da ich meine
Brille nicht aufhabe, geht das
wohl in Ordnung.
(Sydney
und Singapur) zurück
| EINTRAG
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vor (Thailand,
Land des Laechelns)
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